Die Wiederentdeckung der Fotografie
Eine Hommage an meinen Hund

Es war die Teenie-Tochter, die unbedingt einen Hund wollte. Mit stoischer Entschlossenheit verfolgte sie ihren Traum, bis auch das letzte Familienmitglied überzeugt war: Ein Leben ohne Hund ist eigentlich gar kein Leben! Kurz darauf zog Kooikerhondje Chess (ein holländischer Entenlockhund) bei uns ein. Klare Arbeitsteilung war vereinbart: Ich würde die morgendlichen Hunderunden übernehmen, die Tochter den Mittag und der Mann den Abend.

Es folgten turbulente Welpenmonate, bis sich dieser Rhythmus allmählich einspielte. Nach frühmorgendlicher Meditation statt an den Frühstückstisch erstmal mit dem Vierbeiner in die Natur: Hatte sich das anfangs noch wie eine „Pflicht“ angefühlt, wurde es bald zu einer geliebten Routine. Wenn ich auf diesen Gängen nicht gerade mit der Ausbildung meines Junghundes beschäftigt war, erfreute ich mich an der Schönheit von Feld, Wald und Wiesen. Diese Naturräume liegen hier im Kölner Westen direkt vor unserer Haustür. Ich erlebte sie – zum ersten Mal ganz bewusst – im Wechsel der Jahreszeiten.

Ein Foto pro Tag

Irgendwann begann ich, täglich das schönste Handyfoto meiner Morgenrunden mit Chess auf Social Media zu posten. Auch auf Reisen und unterwegs fotografierte ich eigentlich ständig. Immer öfter erhielt ich sanfte Anstupser meiner „Fans“, wenn ich mal nichts veröffentlichte oder Chess nicht auf dem Foto war: „Ich vermisse dein Bild. Kommt heute noch eins?“ „Deine Fotos ermutigen mich immer für den ganzen Tag.“ Oder: „Schönes Foto. Aber wo ist der Hund?“

Bald war ich mit der Qualität der Handyfotos nicht mehr glücklich und kaufte mir – seit langen Jahren fotografischer Abstinenz (mit drei Kindern im Schlepp bleibt keine Hand zum Fotografieren frei) – eine spiegellose Systemkamera von Fujifilm*. Leicht, immer dabei und mit allen technischen Möglichkeiten ausgestattet. Das Abenteuer „Fotografie“ war wieder mitten in meinem Leben. [Zeitsprung] Mit purespective habe ich mir jetzt, im Jahr 2021, einen lang gehegten Traum verwirklicht: Meine Fotografien auf einer eigenen Online-Plattform einem breiteren Publikum zu zeigen. Das macht mich so glücklich!

Danke, mein Hund!

Nächstes Jahr im Frühjahr wird Chess zehn. Wer ihn und mich kennt, weiß, dass unsere Mensch-Hund-Verbindung nicht immer einfach war (und ist). Umso mehr liegt es mir am Herzen, unserem querköpfigen „Chesskowski“ an dieser Stelle einen dicken, dicken Dank auszusprechen.

Ohne dich, mein Hund, wäre ich nicht jeden Tag draußen in der Natur inmitten all dieser Schönheit. Ohne dich hätte ich meine Liebe zur Fotografie vielleicht nie wieder ausgegraben. Ohne dich gäbe es viele meiner lustigsten Bilder nicht („The dog is always in the picture!“). Und ohne dich (und deine Fans) hätte ich wohl nie den Mut gefunden, meine Fotos aus dem Staub der Festplattenarchive ans Licht der Öffentlichkeit zu holen. Danke und Bravo, mein Hondje!    

* Unbezahlte Werbung aus Überzeugung.

Kathrin Meister mit Kooikerhondje Chess purespective Journal


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2 Kommentare
  • Liebe Kathrin,
    Ich bin so froh, dass du wieder zum Fotografieren gekommen bist. Was für eine Bereicherung für uns alle! Werde auf jeden fall deine Arbeit verfolgen und schaue mit jetzt dein Shop an. Liebe Grüße, Louise

    Louise Huber-Fennell am
  • Ein Bild ohne Chess soll angeblich möglich sein – wäre aber völlig sinnfrei.

    Karlheinz Schrecker am

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